Archiv der Kategorie: Rückblicke

Für alle Cons außerhalb Silavias.

Neuer Adel im Lande

König Salomon Levas und die Phönixe freuen sich, zwei ehrenwerte Menschen im Adelsstand begrüßen zu dürfen.

Baron Lorenkor vom Phönixwald

Baron Sanek Fell vom Phönixwald

haben jeweils den ersten Platz des Turniers der Magier oder der Kämpfer erreicht. Damit haben sie ihre Kraft und Ehre unter Augen aller bewiesen. Mögen sie und ihre Nachkommen dem Land Ehre bringen.

Zudem wurde beiden jeweils 30 mal 30 Meter Land am südlichem Rand des Phönixwaldes als Schenkung gegeben. Der Phönix darf fortan in das eigene Wappen eingefügt werden.

Jubel! Kasimir der Zottelige, Schreiberling des Rates von Tavarif und des Sir Salomon Levas

Ein Ritual in Silavia

Nach meinem Aufenthalt in Drakenstein war das nächste Ziel meiner Reise rasch bestimmt: Die dunklen Wälder und Heiden Silavias, um den nekromantischen Knotenpunkt. Eine unangenehme, düstere Gegend, besonders am Übergang vom Herbst zum Winter. Noch war es nicht zu kalt, dafür kam die Nacht um so schneller, als ich endlich den Wald durchquert hatte und die Heide erreichte auf welchem unser Ritual stattfinden sollte.

Da die anderen mir den Weg markiert hatten,  fragte ich mich schon auf dem Hinweg, wie der Abend ablaufen würde, ob das Ritual gut gehen würde und ob es auch alle anderen sicher her geschafft hatten. Wenigstens die letzte Frage wurde schnell beantwortet, als ich endlich den Knotenpunkt erreichte: Lucia, Arya, Lucina, Hain und Meister Arve warteten bereits vor Ort. Das Pentagramm war schon gezogen worden und drei der fünf kleineren Kreise ebenfalls vorbereitet.

Nach einer kurzen Erläuterung von Arya, was der Knotenpunkt mit der Umgebung anrichtete und wie wir nun vorgehen würden, machte ich mich daran meinen Kreis zu ziehen und anschließend die fertigen Runen zu betrachten. Auch Rahjans Kreis bereiteten wir rasch noch vor, da er aufgrund anderer Verpflichtungen erst später zu uns stoßen konnte. Und die ganze Zeit war die silavische Heidelandschaft angenehm still und die Luft für die Jahreszeit ungewöhnlich mild.

Schließlich, eine Weile später,  die wir ohne irgendwelche Vorkommnisse gewartet hatten, traf Rahjan ein. Meister Arve wies uns derweil an, Schutzzauber um uns zu legen, während er selbst die Leute mit solchen bedachte, die dazu nicht fähig waren. Rahjan vollendete seinen Kreis und mit Arya und Lucina konnten wir anfangen das Ritual noch einmal zu proben. Es brauchte ein paar Versuche, bis wir uns sicher genug fühlten, doch dann ging es endlich ans Werk.

Arya, Rahjan und ich zogen unsere eigenen Bannkreise hoch, während Meister Arve die restlichen Kreise sicherte, im Anschluss brachte er noch eine Magiesicherung an und der letzte Akt konnte beginnen. Als erstes durften wir zusehen, wie ein Magie zerstörender Zauber  bei Schamanen aussieht: Lucia sang und beschwor ihre Geister (an dieser Stelle bin ich mir unsicher, wie ihr Zauber funktionierte, immerhin bin ich kein Schamane), die Magie des Knotenpunkte zu zerschlagen. Danach bereitete Meister Arve den ersten unserer Zauber vor und gab das fast fertige Konstrukt über in Lucinas Hände. Jetzt war es an uns drei Schülern, dass Ritual zu beenden und synchron im Chor bewirkten Rahjan, Arya und ich unsere Zauber, wobei Lucina des Meisters Zauber vollendete, um den Knotenpunkt zu zerstören.

Es gab einen Knall.

Kurz flog ich rückwärts und fand mich auf dem Rücken liegend wieder. Die Druckwelle von was auch immer hatte mich aus meinem Kreis geschleudert. Nur gut das ich den Schutzzauber hatte, welcher das schlimmste verhindern konnte.

Während ich mich aufrichtete, wurde mir rasch klar das etwas nicht in Ordnung war. Das Dröhnen wich langsam aus meinem Kopf, doch ich vernahm ein Stöhnen und Murren. Der Friede, welcher bisher über der Heide gelegen hatte, er war auf einmal wie weggeblasen: Aus den Wäldern kamen, furchtbar vermodert und abgerissen vier Untote auf uns zu gewankt.

Es war zwar nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Mal, dass wir Untote in Silavia sahen, doch unser Entsetzen darüber, dass sie hier und jetzt auf uns zu schlurften, dabei schrecklich stöhnend und die bleichen Hände nach uns streckend, war nicht gering.

Alle Versuche sich zu formieren und geordnet gegen die Zombies vorzugehen wurden rasch von Panik und untoten Händen verhindert. Der ganze nun folgende Kampf war mehr ein wirres Ringen, als ein geordnetes Gefecht. Dazu waren die meisten von uns unbewaffnet, ich selbst hatte keinen Stab zur Hand und konnte mit angeschlagenem Arm auch den Stab meines Meistern nicht richtig führen. Das schlimmste jedoch war, dass die Untoten nicht zerstört werden konnten. Wieder und wieder schlugen wir sie, so gut wir konnten nieder. Konnten sie mit viel Mühe oder einem geschickten Hieb zu Boden bringen, nur um danach zu sehen, wie sie sich erneut erhoben, um uns anzugreifen. Kein Flammenstrahl wollte helfen, keine stumpfe Gewalt ihre Knochen lange genug zertrümmern!

Am Ende jedoch half uns der Zufall: Ein einfaches weiteres Magiezerstören war unsere Rettung. Diese Untoten, von der schändlichen Magie erhoben, konnten durch ihre Zerstörung wieder zu Boden geschickt werden. Trotzdem mussten wir sie vorher noch hinhalten, damit einer von uns den Zauber wirken und dem Spuk ein Ende setzen konnte.

Doch es gelang uns. Und auch wenn wir am Ende alle angeschlagen waren, so konnte uns Meister Arve doch, nachdem wir uns ein wenig gesammelt hatten, eine gute Nachricht verkünden: Unser Ritual war ein Erfolg und die Untoten eine der normalen Nebenwirkungen, welche durch die entweichende Energie des zerstörten nekromantischen Knotenpunktes erweckt worden waren. Es war nicht fehlgeschlagen, wie ich befürchtet hatte.

Es hat sich also doch gelohnt für uns: Die ganze Reise in den finsteren Wald, auf die Heide; die Konstruktion des Ritualkreises; die endlosen Proben und am Ende der Kampf mit den Untoten, all das war nötig um den schändlichen Knotenpunkt am Ende zu zerstören.

 

Gezeichnet,

Gwinty

Gutshaus zum reisenden Pilger

Ich möchte euch nun berichten, was der Schwarzen Hand und den Stipatores Magiarum im Spätherbst des letzten Jahres im Lande Drakenstein passiert ist. Dies halte ich für nötig, da dieser Abend für zwei Mitglieder der Schwarzen Hand einen wichtigen Meilenstein in ihrem Leben darstellt, des weiteren ist dies das erste Mal, dass für mich vom „Ring des Blutes“ die Rede war und schließlich war dies auch der Abend, an welchem ich endlich mit meinem Freund Firn in Sicherheit ankam.

Lynn und ich hatten den armen Firn aus meiner ehemaligen Heimat, genauer gesagt dem Nachbardorf, abgeholt. Es war nur etwa ein Dutzend Tage her, dass ich seinen Brief erhalten hatte und mich mit ihr auf den Weg gemacht hatte, Firn abzuholen. Kaum hatten wir ihn getroffen, drängte er uns jedoch schon zur Eile und wir verstanden dieses Drängen. Drakenstein und das dortige „Gutshaus zum reisenden Pilger“ war das richtige Ziel für unsere Reise. Diese war zwar von großer Hektik geprägt, doch sie war sicher, was in Silavia immerhin keine Selbstverständlichkeit ist.

Kaum waren wir im Land Drakenstein angekommen und hatten unsere Unbedenklichkeitsbescheinigungen als Söldner der Schwarzen Hand erhalten, trafen wir auch schon auf Lucia, Krushak und Neras. Auch begrüßten wir bald eine mir bis dahin unbekannte Heilerin namens Astrid und Hagen, einen Mann von stattlichem Format. Gleichfalls war Antonius bereits anwesend, doch konnte mir noch niemand sagen, wo unser Hauptmann Baldur war.

Bald jedoch traf Baldur Falkenklaue mit seinem Gefolge ein und rief die schwarze Hand zusammen. Zusammen mit ihm waren Gelrick, unser Zwerg, Gregori, unser Hüne und Samuel, Baldurs Knappe angekommen. Als sich die Hand versammelt hatte, verzogen wir uns ins Gehölz am Rande, um wenigstens ein wenig Ruhe vor den rastlosen Augen und Ohren Drakensteins zu haben. Wir bildeten einen Kreis und der Hauptmann gab Krushak den Befehl, die Tauglichkeit von Hagen zu prüfen. Unser Halbork trat vor und es folgte ein kurzes, aber heftiges Gefecht. Am Ende stand Hagen als erster und Kurshak bestätigte seine Tauglichkeit. Wie es sich darauf gehörte, nahm unser Handführer Baldur ihn daraufhin stellvertretend für die gesamte Führungsriege der Schwarzen Hand in unseren Söldnerhaufen auf. Auch hieß er uns, Hagen als unseren Waffenbruder willkommen zu heißen. Eine Aufforderung, der wir alle rasch nachkamen. Hagens uns Krushaks Wunden wurden versorgt, ehe die Schwarze Hand sich erneut aufstellte.

Denn wichtiger noch als Hagens Aufnahme an diesem Abend war die Ehre, welche Antonius zu teil wurde. Baldur hieß ihm zu knien und ernannte ihn daraufhin zum ersten Soldaten, seit den Gründungsmitgliedern. Er beendete damit sein Rekruten-Dasein und erhob ihn über jene niedere Stufe. Wichtiger aber noch, Baldur übermittelte Antonius eine wichtige Entscheidung von Balduin, unserem Heerführer. Dieser hatte entschieden, dass er einen Adjutanten bräuchte und Antonius alle seinen Anforderungen erfüllen würde. So ernannte Baldur Antonius zum Adjutanten unseres Heerführers und erhob ihn damit für die Zeiten, in welchen Balduin abwesend war, in die Führung der Schwarzen Hand und auf die gleiche Rangstufe wie Lynn.

Über das was nun folgte kann ich nur Vermutungen anstellen und keine genauen Aussagen treffen, da ich in dieser Zeit meinen Meister Arve aufsuchte und begrüßte, welcher endlich angekommen war. Doch in dieser Zeit hielt wohl der „Ring des Blutes“ sein Aufnahmeritual ab. Ich weiß nicht viel darüber, doch es kam wohl zu einem Blutopfer zu Kors Ehren und Hagen wurde auch in diese Runde aufgenommen. Weit mehr noch wurde auch Lucia in dieses Blutopfer einbezogen, doch wie weit ist mir bis heute nicht klar. Ich weiß nur das ich sie mit blutverschmierten Händen fand und sie mir erklärte das sie ebenfalls mehr oder weniger zum Kor-Glauben gehöre.

Leider konnte ich mich nicht weiter damit befassen, denn mein Meister rief mich und Lucia nach oben ins Gutshaus zu einer Besprechung. Er hatte ein Nebenzimmer gefunden, in welchem keine Drakensteiner saßen, sondern nur ein paar andere Magier. Rasch eröffnete er uns die Pläne für das Ritual und ging dann weiter auf die Details ein. Er bat Lucia um ihre Mithilfe und erklärte uns die Schwierigkeit eines solchen großen Rituals. Auch beschloss Meister Arve, Rhajan zusammen mit zwei Bogenschützen vor zu schicken, zum nekromantischen Knotenpunkt, damit dieser analysiert werden und Rhajan die nötigen Protoglyphen bestimmen konnte, die für das Ritual benötigt wurden. Im Laufe der Unterhaltung wurde aus der Besprechung so eine kurze Unterrichtsstunde in Ritualkunde.

Das gemütliche Beisammensein und Lernen wurde rasch unterbrochen. Denn als Halbork gehörte Krushak zu einer der Rassen, welche in Drakenstein nicht gern gesehen waren und als ein Söldner mit losem Mundwerk hatte er sich wohl rasch Feinde gemacht. Baldur reagierte rasch, vielleicht etwas übereifrig, doch trotzdem angemessen und versetze alle Mitglieder der Schwarzen Hand in Alarmbereitschaft. Zudem versicherte er sich der Unterstützng meines Meisters, welcher selbstverständlich bereit war mit Heilung auszuhelfen, sobald diese benötigt würde. Trotz allem Misstrauens und aller Provokation welche die Drakensteiner in Krushaks Rasse und seinem Verhalten sahen blieb der Abend ruhig. Vielleicht hat ihn und uns am Ende auch einfach nur die schiere Größe der Schwarzen Hand und der Stipatores Magiarum zusammen gerettet, doch wir können nicht sicher sein, ob die Geschichte kein Nachspiel haben wird.

Firn, Lynn und ich ließen dann jedoch den Abend ruhig ausklingen. Eine Flasche Met in der Hand unterhielten wir uns mit Gelrick über sein Leben und die natürlichen Feinde der Zwerge, tranken auf Hagens Aufnahme in die Hand, auf Antonius Beförderung, die baldige Zerschlagung des nekromantischen Knotenpunktes, die Schwarze Hand und die Stipatores Magiarum. Vor allem hofften wir jedoch, uns bald wieder zu sehen, unter ähnlich günstigen Umständen.

 

Gezeichnet,

Gwinty

Greyfenthal

Es war eine kalte Nacht, die Wege waren vom vielen Regen aufgeweicht. Es war dunkel ohne den vertrauten Mond am Himmel. Nur vereinzelt warfen kleine Laternen schemenhafte Lichter auf die Umgebung. Jeder Schritt war ein Tritt ins Ungewisse.

Neras und Lucia waren auf dem Weg zur Burg von Junker Brendan von Nordhain in Greyfenthal. Dies liegt an einem Pass in den Gebirgen um Heroica. Dort lud der Junker zu Hoftag und Turnier ein, da Gingstberg-Grünbach endlich befreit wurde.

Gerold Wannstein, Hauptmann der pandorianischen Truppen in Heroica, hatte Neras als Leibwache angeheuert. Also tat Neras was er konnte, Lucia folgte ihnen auf dem Fuße.

Plötzlich – Knacken, eilige Schritte, Stimmengewirr. Ein Aufruhr. Menschen, darunter Adlige, sammelten sich. Es war kein Durchkommen. Eine Horde hungriger Bauern, die mit der Art wie Junker Brendan das Land geführt hat nicht zufrieden waren, griff an. Sie skandierten „Nieder mit dem Adel!“ und trotz wiederholter Verhandlungsversuche war ein Schlagabtausch unvermeidbar.

Schließlich zogen sie jedoch ab.

Zurück blieben einige Verwundete. Darunter der schwer verletzte Gerold. Da Lucia ihn bereits von der Reise kannte, packte sie ihn, schleppte ihn in die Taverne. In der Aufregung rissen sie eine Kerze samt Halterung um. Nur gut, dass eine Burg aus Stein gebaut ist. Ein Brand wäre fatal gewesen. Lucia vollzog eine Heilung, und beseitigte das entstandene Durcheinander.

Als Gerold wieder auf den Beinen war, gesellte er sich auf einen Umtrunk zu Neras und der Schamanin, zog sich danach jedoch zu seiner Baronin Viktoria an den Adelstisch zurück.

Auf der Anreise haben Neras und Lucia Antonius und Hagen aus den Augen verloren. Allerdings tauchte Hagen am Abend in der Taverne kurzzeitig auf, war aber nicht lange zu sehen, da er zu tief in seinen Becher sah und umgehend in einen tiefen Nachtschlaf fiel.

Lucia machte Bekanntschaft mit Falk. Sie unterhielten sich, als nach einiger Zeit Schwarzdorn dazu kam. Er schien eine Art Schamane zu sein. Ebenfalls am Tisch saß Rahjan, einer der Schüler von Arve und Mitglied der Stipatoris Magiarum. Alle sprachen, aßen und tranken.

Es sprach sich herum, dass Bruder Magnus einige damit beauftragt hatte, sechs Artefakte zu suchen. Diese seien wichtig für ein großes Ritual, um eine ehemalige Junkerin, deren Geist noch immer, nach 250 Jahren, durch die Burg spukt, zu befreien.

Unter diesen Relikten war unter anderem eine goldene Ente, die wenig später bei der Bardin gesehen wurde.

Irgendwann setzte sich eine zwielichtige Person zu Lucia, Rahjan, Falk und Schwarzdorn an den Tisch. Er erklärte, dass er Gefallen sammle und trug einen Kelch bei sich, ließ diesen aber keinen Moment aus den Augen.

Er würfelte mit Rahjan um Kupfer und musste anfangs starke Einbußen hinnehmen. Schließlich verlor jedoch Arves Schüler all sein Kupfer und setzte einen magischen Kristall gegen den Kelch ein. Phey schien auf Rahjans Seite zu sein, denn er gewann haushoch und der Herr verließ die Taverne deutlich zerknirscht.

Aufgrund der beschwerlichen Anreise zog es schnell alle Übrigen in die Unterkünfte.

Die Nacht blieb mondlos und ohne Ereignisse.

Der Hoftag begann trüb und regnerisch. Viele der Hofgäste wurden durch den Aufruhr der vor den Toren herrschte geweckt. Die Neroiten griffen an und brannten Haupt- und Seitentor nieder. Sofort stürmten einige der Anwesenden zu den Toren um die Verteidigung zu unterstützen. Dieser Angriff der Neroiten konnte in die Flucht geschlagen werden. Vorerst.

Nachdem sich alle gesammelt und beruhigt hatten, kehrte die Normalität zurück und alles wurde für die verschiedenen Disziplinen vorbereitet. Man konnte sich in sechs Spielen messen. Mehlsackweitwurf, Bootsbau, Kerzenwettlauf, Dichten, Merken und Tauziehen.

Nach den Ritterspielen versammelte man sich im Burgsaal um alle adligen Herrschaften und weitere angesehene Persönlichkeiten zu ehren und um den Voigt zu wählen. Es sprach unter anderem ein junger Herr vor, der kurzum zum Kammerdiener wurde. Dieser reichte umgehend Getränke. Alle blieben unversehrt, nur der Voigt wurde vergiftet und fiel nach dem ersten Schluck aus seinem Kelch zu Boden. Im Burgsaal herrschte Unruhe und der frisch ernannte Kammerdiener ergriff die Flucht. Er hatte jedoch nicht mit der Überzahl der Wachen gerechnet. Er wurde niedergeschlagen und sollte in den Kerker gebracht werden. Zwei Wachen und der Giftmischer passierten Lucia. Der Tross stoppte kurz und Lucia wurde vom Attentäter etwas ins Ohr geflüstert. Sie erschauderte, doch nichts geschah.

Die Unruhe hielt noch lange an. Lucia streifte durch die Gegend, getrieben von der Stimme in ihrem Kopf. „Der Schlüssel zum Kerker. Geh und bring ihn mir!“ Schließlich fand sie den Schlüssel, doch hatte sie einige Mühe, die Wache am Kerker abzulenken. Sie verwickelte die pflichtbewusste Dame in ein Gespräch und warf den Schlüssel in die Hände des Neroitenanhängers. Er öffnete behutsam und lautlos das Tor, attackierte die Wache hinterrücks und floh – mit Lucia im Schlepptau. Die Flucht missglückte, da der junge Anhänger der Neroiten getötet wurde. Lucia erlitt im Schlagabtausch einen Treffer und ging zu Boden. Bevor die Wachen sie hochreißen konnten, griff sie nach einer Münze des Neroitenanhängers.

Man schleppte die benommene Schamanin zurück in die Burg. Etwas verwirrt taumelte sie durch die Gegend. Neras war nirgends zu sehen und auch sonst schenkte ihr niemand Beachtung. Also schlich sie sich erneut von der Burg, zurück zum Leichnam des Flüchtigen. Einige Zeit später schlich Lucia durch die umliegenden Gräser und wurde von Neras aufgegriffen. Dieser bemerkte ihre Veränderung sofort.

Darauf angesprochen reagierte die Schamanin aggressiv und setzte zur Flucht an. Neras packte sie, zerrte sie unsanft auf einen freien Platz im Burggelände und vollzog eine Austreibung mit der Hilfe von Kor. Es floss Blut, Lucia schrie sich die Kehle wund und verstummte schließlich.

Neras rüttelte sie wach und langsam kam die verwirrte Schamanin wieder zu sich. Was fehlte, waren jegliche Erinnerungen an das, was mit ihr geschehen war.

Mürrisch betrachtete der Kor-Geweihte das Häufchen Elend und übergab sie schließlich in die Hände von Rahjan. Dieser wiederum hatte alle Hände voll zu tun, dass Lucia sich nicht wieder davon machte. Er grübelte lange über ihr Verhalten und schließlich löste er das Rätsel. Die Besessenheit schien noch nicht vollständig aus ihrem Körper gewichen zu sein. Rahjan flüsterte ihr „Nero“ ins Ohr und Lucia erstarrte. Sekunden später wand sie sich wie unter Schmerzen. Damit verhärtete sich des Magiers Verdacht.

Zu gegebener Zeit rief er Neras zu sich, der gerade seine Rüstung, die beim letzten Kampf gegen die Neroiten beschädigt wurde, zum Schmied gebracht hatte und unterrichtete ihn über seine Erkenntnisse. Rahjan und Neras hinderten Lucia daran zu flüchten. Rahjan stellte wie erwartet fest, dass noch Reste der Besessenheit in ihr waren und trieb diese endgültig aus.

Kurz darauf, alle waren wieder in der Burg angekommen, erfolgte ein weiterer Angriff der Neroiten.

Als dieser zerschlagen war und wieder Geselligkeit eingekehrt war, wurden auf dem Burggelände die Sieger der Spiele gekürt.

Es vergingen viele Augenblicke. Man fand Zeit für Speiß und Trank bis laut tosend ein weiterer Angriff losbrach. Obwohl die Stimmen sehr laut waren, handelte es sich nur um eine Handvoll Neroiten. Der Tumult konnte schnell zerschlagen werden, dennoch nahm unter anderem Schwarzdorn immensen Schaden. Lucia eilte zu ihm und den versammelten Heilern um seine Genesung schnellstens zu vollenden. Er wurde schließlich in die Taverne gebracht und dort weiter versorgt.

Es begann zu dämmern und viele der Kämpfer hatten ihre Kräfte fast aufgebraucht. Aber die Neroitenanhänger waren unerschütterlich und formierten sich hinter den Mauern zu einem weiteren Angriff.

Bruder Magnus trommelte inzwischen die sechs Auserwählten und die gefundenen Artefakte zusammen um das angestrebte Ritual zu vollziehen.

Lucia stand nach der Austreibung mehr denn je in Neras` Schuld, also schlich sie sich von der Burg um die reparierte Rüstung zu holen. Es gelang ihr unentdeckt zu bleiben.

Alle wurden dazu angehalten, ihre letzten Kräfte zu mobilisieren. Derweil fanden sich die Träger der Artefakte im Burgturm ein. Kurz darauf stürmte ein weiterer Schwung Neroitenanhänger in die Burg. Die Zeit wurde knapp. Es war unklar, ob schlussendlich jemand überlebte.

Alle legten ihre Relikte nieder und weihten sie. Neras opferte Kor das Blut von Lucia, Antonius und schließlich sein eigenes, um die Weihung zu vollziehen. Der Geist der ehemaligen Junkerin erschien und, sie bedankte sich für die Hilfe und erklärte, dass sie nun frei sei und die Anhänger Neros somit ihre Unsterblichkeit verlieren würden.

Als das Ritual abgeschlossen war, stürmten alle aus dem Turm und an die Waffen. Es galt zu ergründen, ob die Anhänger Neros tatsächlich sterblich geworden waren. Als die Krieger Kors auf dem Schlachtfeld erschienen waren die Neroiten kurz vor dem Sieg, die Krieger der Burg waren bereits alle besiegt und hatten sich zurück gezogen. Nun lag es an Neras und Antonius. Und die Krieger Kors kämpften die restlichen Neroiten nieder. Es war ein heroische Kampf aus dem Neras und Antonius als Sieger hervorgingen. Ohne die Anhänger Kors wäre die Burg gefallen.

Übrig blieb der Hohepriester der Neroiten. Er flanierte selbstgefällig über den Burghof und schien sich nicht daran zu stören, dass sein Gefolge gefallen war.

Unterdessen bemerkte Neras, das die Ziele und die Meinung der Neroiten, denen der Anhänger Kors nicht unähnlich waren. Antonius merkte jedoch eindringlich und immer wieder an, dass dieser Prister einer dunklen Macht anhängt und es missfiel dem Korgläubigen, dass Neras ihn bewundernd ansah.

Zur gleichen Zeit wurde fieberhaft nach Baron Raskir gesucht. Er sollte die Verhandlung mit dem Hohepriester führen.

Bis auf die fordernden und drohenden Rufe von Antonius, der seine Kampfeslust nur schwer zügeln konnte, war es still. Niemand sonst traute sich zu sprechen. Die Kiesel unter den Schuhen erzeugten weltfremde Laute.

Schließlich traf der Baron ein und die Verhandlungen begannen. Die Augenblicke strichen ins Land und alles deutete auf eine friedliche Lösung hin, als der Hohepriester plötzlich zu den Waffen griff.

Es folgte ein unerbitterlicher Kampf auf Leben und Tod.

Baron Raskir ging nach einem heftigen Schlagabtausch zu Boden. Sofort stürmten alle anwesenden Priester laut betend und ihre jeweiligen Götter um Beistand rufend auf den neroitischen Hohepriester zu. Dieser wurde von der geballten Energie die auf ihn einstürzte stark geschwächt, so daß die anwesenden Krieger ihn niederkämpfen konnten. Schlussendlich schlug Ritterin Nemeria ihm den Kopf ab.

Immer noch am Boden und unbeweglich lag Baron Raskir. Er wurde verbunden und sein Kopf auf Lucias Schoß gebettet. Verzweiflung brach aus. Viele weinten und flehten um das Überleben des Barons. Alles schien aussichtslos, als Schwarzdorn herbeieilte und sich nicht davon abhalten ließ, die Geister des Gehörnten zu rufen. Jedoch tat sich nichts …

Viele Augenblicke später passierte, womit niemand mehr gerechnet hatte. Baron Raskir begann sich zu bewegen. Er lebte!

Und somit endete der Aufenthalt in Greyfenthal mit einem Wunder.