Archiv der Kategorie: Silavia Geschichten

Geschichten aus Silavia von den Einwohnern erzählt.

Ein Ritual in Silavia

Nach meinem Aufenthalt in Drakenstein war das nächste Ziel meiner Reise rasch bestimmt: Die dunklen Wälder und Heiden Silavias, um den nekromantischen Knotenpunkt. Eine unangenehme, düstere Gegend, besonders am Übergang vom Herbst zum Winter. Noch war es nicht zu kalt, dafür kam die Nacht um so schneller, als ich endlich den Wald durchquert hatte und die Heide erreichte auf welchem unser Ritual stattfinden sollte.

Da die anderen mir den Weg markiert hatten,  fragte ich mich schon auf dem Hinweg, wie der Abend ablaufen würde, ob das Ritual gut gehen würde und ob es auch alle anderen sicher her geschafft hatten. Wenigstens die letzte Frage wurde schnell beantwortet, als ich endlich den Knotenpunkt erreichte: Lucia, Arya, Lucina, Hain und Meister Arve warteten bereits vor Ort. Das Pentagramm war schon gezogen worden und drei der fünf kleineren Kreise ebenfalls vorbereitet.

Nach einer kurzen Erläuterung von Arya, was der Knotenpunkt mit der Umgebung anrichtete und wie wir nun vorgehen würden, machte ich mich daran meinen Kreis zu ziehen und anschließend die fertigen Runen zu betrachten. Auch Rahjans Kreis bereiteten wir rasch noch vor, da er aufgrund anderer Verpflichtungen erst später zu uns stoßen konnte. Und die ganze Zeit war die silavische Heidelandschaft angenehm still und die Luft für die Jahreszeit ungewöhnlich mild.

Schließlich, eine Weile später,  die wir ohne irgendwelche Vorkommnisse gewartet hatten, traf Rahjan ein. Meister Arve wies uns derweil an, Schutzzauber um uns zu legen, während er selbst die Leute mit solchen bedachte, die dazu nicht fähig waren. Rahjan vollendete seinen Kreis und mit Arya und Lucina konnten wir anfangen das Ritual noch einmal zu proben. Es brauchte ein paar Versuche, bis wir uns sicher genug fühlten, doch dann ging es endlich ans Werk.

Arya, Rahjan und ich zogen unsere eigenen Bannkreise hoch, während Meister Arve die restlichen Kreise sicherte, im Anschluss brachte er noch eine Magiesicherung an und der letzte Akt konnte beginnen. Als erstes durften wir zusehen, wie ein Magie zerstörender Zauber  bei Schamanen aussieht: Lucia sang und beschwor ihre Geister (an dieser Stelle bin ich mir unsicher, wie ihr Zauber funktionierte, immerhin bin ich kein Schamane), die Magie des Knotenpunkte zu zerschlagen. Danach bereitete Meister Arve den ersten unserer Zauber vor und gab das fast fertige Konstrukt über in Lucinas Hände. Jetzt war es an uns drei Schülern, dass Ritual zu beenden und synchron im Chor bewirkten Rahjan, Arya und ich unsere Zauber, wobei Lucina des Meisters Zauber vollendete, um den Knotenpunkt zu zerstören.

Es gab einen Knall.

Kurz flog ich rückwärts und fand mich auf dem Rücken liegend wieder. Die Druckwelle von was auch immer hatte mich aus meinem Kreis geschleudert. Nur gut das ich den Schutzzauber hatte, welcher das schlimmste verhindern konnte.

Während ich mich aufrichtete, wurde mir rasch klar das etwas nicht in Ordnung war. Das Dröhnen wich langsam aus meinem Kopf, doch ich vernahm ein Stöhnen und Murren. Der Friede, welcher bisher über der Heide gelegen hatte, er war auf einmal wie weggeblasen: Aus den Wäldern kamen, furchtbar vermodert und abgerissen vier Untote auf uns zu gewankt.

Es war zwar nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Mal, dass wir Untote in Silavia sahen, doch unser Entsetzen darüber, dass sie hier und jetzt auf uns zu schlurften, dabei schrecklich stöhnend und die bleichen Hände nach uns streckend, war nicht gering.

Alle Versuche sich zu formieren und geordnet gegen die Zombies vorzugehen wurden rasch von Panik und untoten Händen verhindert. Der ganze nun folgende Kampf war mehr ein wirres Ringen, als ein geordnetes Gefecht. Dazu waren die meisten von uns unbewaffnet, ich selbst hatte keinen Stab zur Hand und konnte mit angeschlagenem Arm auch den Stab meines Meistern nicht richtig führen. Das schlimmste jedoch war, dass die Untoten nicht zerstört werden konnten. Wieder und wieder schlugen wir sie, so gut wir konnten nieder. Konnten sie mit viel Mühe oder einem geschickten Hieb zu Boden bringen, nur um danach zu sehen, wie sie sich erneut erhoben, um uns anzugreifen. Kein Flammenstrahl wollte helfen, keine stumpfe Gewalt ihre Knochen lange genug zertrümmern!

Am Ende jedoch half uns der Zufall: Ein einfaches weiteres Magiezerstören war unsere Rettung. Diese Untoten, von der schändlichen Magie erhoben, konnten durch ihre Zerstörung wieder zu Boden geschickt werden. Trotzdem mussten wir sie vorher noch hinhalten, damit einer von uns den Zauber wirken und dem Spuk ein Ende setzen konnte.

Doch es gelang uns. Und auch wenn wir am Ende alle angeschlagen waren, so konnte uns Meister Arve doch, nachdem wir uns ein wenig gesammelt hatten, eine gute Nachricht verkünden: Unser Ritual war ein Erfolg und die Untoten eine der normalen Nebenwirkungen, welche durch die entweichende Energie des zerstörten nekromantischen Knotenpunktes erweckt worden waren. Es war nicht fehlgeschlagen, wie ich befürchtet hatte.

Es hat sich also doch gelohnt für uns: Die ganze Reise in den finsteren Wald, auf die Heide; die Konstruktion des Ritualkreises; die endlosen Proben und am Ende der Kampf mit den Untoten, all das war nötig um den schändlichen Knotenpunkt am Ende zu zerstören.

 

Gezeichnet,

Gwinty

Die Phönixe

Ihr altes Leben als Soldaten in Sir Dagos Armee ist Tod. Lang lagen die Übereste über zerbrochenen Träumen und nur der Wunsch, nach einer neuen Berufung zeigte sich stets in der Asche ihrer selbst.

Ein Dorf am Waldrand. Ungeschützt vor Angriffen. Menschen zum Tode verurteilt. Verlassen. Und sie fanden eine neue Berufung. Der Weg ist anders,  das Ziel das selbe. Jedoch selbstbestimmt und frei. Nach ihren Gesetzen.

Beschützen und Leben in ihrem Wald. Leben und sein, wie sie waren und doch nicht das Selbe. Neu geboren, aus den Resten steigen sie auf, wie das feurige Wesen aus der Asche.

Seitdem nennen sie sich „die Phönixe“.